Wohnung
19 Mai 2021

Wie lässt sich der Weinkeller versichern? Bestandsaufnahme mit Ihrem Versicherer

Sie sind Weinliebhaber und besitzen Jahrgangs- und Grands-Crus-Weine, die Sie mit Sorgfalt aussuchen und aufbewahren? Wein ist empfindlich und benötigt viel Aufmerksamkeit. Dies gilt vom Weinbau bis zur Verkostung und ganz besonders für die Aufbewahrung unter Idealbedingungen. Haben Sie daran gedacht, Ihren Weinkeller und Ihren Wein angemessen zu versichern? Genau wie bei Ihrem sonstigen Hab und Gut sind Beschädigungen durch Brand und Wasserschaden möglich. Wie ist Ihr Weinkeller in Ihrer Wohngebäudeversicherung abgedeckt?

Überprüfen Sie, ob Ihre Wohngebäudeversicherung Ihrem Bedarf entspricht.

Eine besondere Versicherung für Ihren Weinkeller benötigen Sie nur, wenn Sie beruflich mit Wein zu tun haben oder eine sehr wertvolle Weinsammlung besitzen. In der Wohngebäudeversicherung, wird Wein als Getränk betrachtet und ist als Hausrat versichert. Beim Abschluss Ihrer Wohngebäudeversicherung bestimmen Sie mit Ihrem Versicherungsagenten den Wert des zu versichernden Hausrats. Sie geben dabei an, ob Sie nur einen Teil oder den gesamten Inhalt Ihres Weinkellers versichern möchten. Im Schadensfall ist die Versicherungsleistung auf den versicherten Höchstbetrag begrenzt.

Diese Deckung wird Ihnen gewährt, wenn Ihr Wein im Weinkeller Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung gelagert wird oder Sie in Ihrer Wohnung einen elektrischen Weinschrank installiert haben. Wenn Ihr Wein in einem elektrischen Weinschrank gelagert wird, ist dieser im Schadensfall versichert, und Ihr Vertrag kann eine Versicherungsleistung für den dort gelagerten Wein vorsehen. Nutzen Sie ein Nebengebäude, sollten Sie mit Ihrem Versicherer überprüfen, ob Ihr Vertrag angepasst werden muss, denn der Betrag des versicherten Hausrats kann begrenzt sein, und es kann sogar Ausschlüsse geben.

Wertermittlung und Umsicht

Ein aktuelles Inventar Ihres Weinkellers zu führen, ist wichtig, um seinen Wert und dessen Entwicklung einschätzen zu können. Hierfür gibt es Apps wie Vinocell, Smart Cave oder auch Ploc, mit denen Sie Ihren Weinkeller vom Smartphone aus verwalten können.

Sollte sich die Önologie zu Ihrer Leidenschaft entwickeln und Sie Ihren Weinkeller mit immer kostbareren Weinen bestücken oder immer mehr Weine kaufen, denken Sie daran, mit Ihrem Versicherungsagenten eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Mit ihm gemeinsam schätzen Sie den Deckungsbedarf und gleichen ihn mit dem Wert ab, den Sie beim Abschluss Ihrer Police angegeben haben. Wenn notwendig, nehmen Sie die entsprechenden Anpassungen vor, um diesen Wert in den Hausrat aufzunehmen.

Denken Sie auch daran, Ihre Einkaufsrechnungen oder Kassenbons einzuscannen. Diese gehen nämlich häufig verloren oder werden mit der Zeit unleserlich, sind aber als Beleg für Ihr Inventar durchaus nützlich! Im Schadensfall sind sie sogar unentbehrlich, um im Brandfall oder im Falle eines Wasserschadens die Verluste einzuschätzen, denn in diesen Fällen sind die Flaschenetiketten nicht mehr verwendbar.

Wenn Herkunft und Alter der Flaschen nicht mehr zu bestimmen sind, bietet Ihnen Ihr Versicherer eine pauschale Leistung an. Als Beispiel könnten dies bis zu 40 € pro nicht bestimmbarer Flasche bis zu einer bestimmten, festgelegten Entschädigungsgrenze (z. B. 12.500 €) sein, zumeist ohne Selbstbeteiligung. Wenn die Flaschen bestimmbar sind, ist die Leistung nicht begrenzt (z. B. auf 12.500 €), sondern basiert, unter Berücksichtigung der von Ihnen angegeben gesamten Versicherungssummen, auf dem Wiederbeschaffungswert der durch den Schadensfall verlorenen Weine.

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