Gesundheit
11 Februar 2021

Sport treiben, um glücklicher zu sein

Hygienemaßnahmen und Lockdowns schützen uns physisch vor COVID-19, aber psychisch ist die Coronakrise eine wahre Zerreißprobe. Trotz der Kontaktbeschränkungen muss Sport Teil unseres Lebens bleiben. Für das körperliche und vor allem für das seelische Wohlbefinden. Ziehen Sie Ihre Sportschuhe an, überwinden Sie Ihre Trägheit und halten Sie durch: Hier finden Sie alle Vorteile der körperlichen Betätigung, damit Sie auch geistig in Form bleiben.

Die beste Medizin: Sie beugt Depressionen vor, baut Stress ab und gibt einen natürlichen Kick

Depressionen, Stress und Angstzustände sind häufige psychische Probleme, die sowohl das Wohlbefinden als auch die Produktivität beeinträchtigen. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen jedoch, dass Sport positive Auswirkungen auf diese Symptome und generell auf unsere Stimmung hat. Die Wirkung ist mit der Einnahme eines Anxiolytikums oder Meditation vergleichbar. Bei Depressionen nehmen übrigens nicht nur die Symptome ab, auch Rückfälle werden seltener.

Vor allem das Stressmanagement verbessert sich bei Sportlern. In Stresssituationen bleibt der Körper ruhiger (Herzfrequenz, Blutdruck, Schweiß, Körperwärme). Wenn der Stress vorbei ist, erholen Sie sich schneller, wenn Sie in guter körperlicher Verfassung sind.

Ferner verbessert Sport die kognitive Leistungsfähigkeit: unsere Planungs- und Problemlösungsfähigkeit, unsere Konzentrationsfähigkeit, unsere Reaktionszeit und unser Langzeitgedächtnis. Wir stärken unser Selbstwertgefühl, können unsere Emotionen besser steuern und fühlen uns kompetenter.

Warum funktioniert das?

Mehrere physiologische und psychische Prozesse sind hier am Werk. Ihre Kombination verbessert unseren Seelenzustand.

Erstens lenkt Sport ab. Kein guter Aufschlag im Tennis, kein sicheres Gehen im weglosen Gelände, wenn Sie in dumpfem Brüten versunken sind. Störende negative Gedanken werden beim Training zwangsläufig ausgeblendet.

Neben dem Abschalten geht es beim Sport auch darum, Dampf abzulassen. Wenn wir uns bewegen, lösen wir nervöse Spannungen und erhöhen unsere Energie. Sport ermöglicht eine innere Sammlung, eine physische und psychische Regeneration.

Zweitens erlaubt uns körperliche Tätigkeit, uns zu entfalten. Selbst Anfänger haben den Eindruck, effizienter zu werden. Dieses Gefühl schützt vor Stress und Angst.

Schließlich fühlen wir uns nach dem Abwärmen herrlich wohl. Unsere Muskeln entspannen sich, wir spüren die euphorisierende und beruhigende Wirkung eines köstlichen chemischen Cocktails. Das Hochgefühl ist dem erhöhten Spiegel bestimmter Neurotransmitter zu verdanken. Diese chemischen Botenstoffe sind normalerweise für Stimmung (Serotonin), Freude (Dopamin) und Entspannung (Endorphine) zuständig.

In der Praxis: Welches Sportprogramm ist das richtige?

Sie sollten sich keinesfalls mit schwer zu erreichenden Zielen unter Druck setzen. Sie brauchen auch nicht unbedingt viel zu schwitzen. Die wohltuende Wirkung von Sport ist bereits bei moderater Intensität spürbar (leichte Kurzatmigkeit).

Wenn Sie sich für Schwimmen, Radfahren oder Laufen entscheiden, reichen bereits 20 Minuten Training aus, um sich wohlzufühlen. Für zügiges Gehen sollten Sie 25 bis 75 Minuten einplanen. Ziehen Sie Ihr Programm zwei- bis dreimal pro Woche durch.

Ungeachtet Ihres Niveaus erzielen Sie nach körperlicher Bewegung einen sofortigen positiven psychologischen Effekt, der zwei bis sieben Stunden anhalten kann. Ab der achten Woche fühlen Sie die nachhaltige Wirkung für Ihre geistige Gesundheit.

Falls es die Umstände erlauben, treiben Sie Sport zu zweit oder in einer Mannschaft. So wird der positive Effekt noch verstärkt. Mit einem Coach trainieren Sie sogar noch effektiver. Viele mobile Apps ermöglichen es Ihnen, mit Trainern Sport zu treiben. Online-Kurse sind oft für die ganze Familie geeignet.

Gehen, Joggen oder Radfahren bleiben, ob COVID-19 oder nicht, immer genauso einfach, effektiv und empfehlenswert, also machen Sie mit!

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