Gesundheit
3 Dezember 2020

Kinder vor Kälte schützen: Omas Tipps sind nicht immer die besten

Der Winter ist im Anmarsch, und er hat auch Husten, Schnupfen und Rachenentzündungen mit im Gepäck. In dem Glauben, dass eine Erkältung schnell da ist, ziehen wir alle Register, um unsere Kleinen zu schützen: Vitamin C, heiße Schokolade, dicke Wollpullover, voll aufgedrehte Heizung usw. Aber „Omas Hausmittel“ sind nicht immer die besten Ideen. Nachstehend sind sechs Fehler beim Kampf gegen die Kälte aufgelistet, die Sie besser vermeiden sollten.

Aufenthalte im Freien vermeiden

Mitten im Winter ist man geneigt, sein Kind in der warmen Wohnung zu behalten, damit es sich nicht erkältet. Aber oft passiert genau das Gegenteil! Gerade in beengten, überheizten, schlecht belüfteten Innenräumen können Viren am besten zirkulieren und sich vermehren. Kinder erkranken am häufigsten durch Ansteckung, durch Kontakt mit anderen. Es gibt also keinen Grund, ihnen die Freuden des Schnees vorzuenthalten, solange sie warm angezogen sind!

Fett essen

An langen Winterabenden kommt oft Tartiflette, Raclette oder Fondue auf den Tisch, denn seit Urzeiten glauben wir, dass unser Körper mehr Fett aufnehmen muss, um gut durch den Winter zu kommen. Aber die Lebensweise unserer Kinder ist sehr bewegungsarm geworden, und wenn sie zu fett essen, nehmen sie zusätzliche Kalorien auf, die sie nicht verbrauchen und die ihren Körper unnötig ermüden, ganz zu schweigen von dem Risiko, dass sie übergewichtig werden!

Die Lust auf fettere Kost hängt oft mit einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen zusammen, die für das Immunsystem eines heranwachsenden Kindes im Winter besonders wichtig sind. Bereiten Sie ihm also Gemüsesuppen und Snacks aus Trockenfrüchten der Saison zu, ohne die Kohlenhydrate zu vernachlässigen, die für seine Energie unerlässlich sind!

Vitaminergänzungen verabreichen

Ein großer Spätherbstklassiker ist die traditionelle Vitamin-C-Kur, der nur wenige Kinder entgehen! Solche Kuren haben jedoch an sich keinerlei vorbeugende, geschweige denn heilende Wirkung. Nur ein Mangel rechtfertigt eine Vitaminergänzung, denn der Körper weiß nicht, was er mit „überschüssigen“ Vitaminen anfangen soll, und wird sie nicht aufnehmen. Der Begriff „Nahrungsergänzungsmittel“ ist selbsterklärend: Es soll die Lücken einer unausgewogenen Ernährung auffüllen. Eine gesunde Kost, die reich an Obst und Gemüse ist, deckt den gesamten Vitaminbedarf Ihres Kindes. In der Vorweihnachtszeit sind Clementinen eine ausgezeichnete Vitamin C-Quelle – und die Kinder essen sie gern!

Die Wohnung überheizen

Schlimmer als die Kälte ist der Wechsel zwischen kalt und warm! Thermische Schocks stellen den Körper am meisten auf die Probe. Darum sollten Sie der Versuchung widerstehen, das Haus zu überheizen, weil Ihr Kind dann noch gefährdeter wäre, wenn es nach draußen geht. Auch im Haus ist es am besten, in allen Räumen eine relativ konstante Temperatur von circa 19-20 °C zu halten. Wenn es im Wohnzimmer 25 °C und in den Schlafzimmern oder im Treppenhaus 16 °C hat, kann sich Ihr Kind sogar zu Hause erkälten!

Den dicken Pullover anziehen

Sobald der Winter naht, holen wir die guten alten Wollpullis aus dem Schrank. Sie sind zwar warm, aber täuschen Sie sich nicht: Entscheidend ist nicht die Dicke des Pullovers. Drei dünne Schichten sind wirksamer gegen die Kälte als eine dicke, da die Luft zwischen den Schichten als thermischer Isolator wirkt. Darüber hinaus erhöht die Reibung zwischen den verschiedenen Materialien die erzeugte Wärme. Und vergessen Sie nicht, dass ein weitmaschiger Pullover Ihr Kind im Freien nicht gegen Wind und Feuchtigkeit schützt!

(Zu) viele Schichten anziehen

Das Gegenteil ist nicht besser: Ihren Kleinen wie eine Zwiebel einzuhüllen, ist kontraproduktiv. Ein kleines Kind ist oft energischer als ein Erwachsener und friert daher weniger. Wenn es sagt, dass ihm zu warm ist, hören Sie auf Ihr Kind! Wenn es zu warm angezogen ist, kann es schwitzen. Und wenn seine Kleidung feucht ist, verkühlt es sich, sobald es sich nicht mehr bewegt! Wählen Sie für die Unterwäsche Materialien, die den Schweiß ableiten, und achten Sie auf Temperaturschocks.

Schließlich ist im Freien die beste Kleidung wertlos, wenn Sie die Extremitäten vergessen! Achten Sie darauf, dass Kopf, Ohren, Hals, Hände und Füße gut geschützt sind, denn dort entweicht der größte Teil der Körperwärme.

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