Gesundheit
19 Mai 2022

Welche saisonalen Allergien bringt der Sommer mit?

Pollen, Tierhaare, Milben, Sonne, Lebensmittel, Medikamente: So ziemlich alles kann eine Allergie auslösen. Wobei wichtig zu wissen ist, dass so manche Allergie nur zu bestimmten Jahreszeiten auftritt. Schließlich ist man nicht das ganze Jahr über Pollen oder der Sonne ausgesetzt. Viele Allergiker leiden gerade im Sommer besonders. Worauf sollten Sie achten?

Die häufigsten Allergien

Im Sommer eine verstopfte Nase zu haben ist nicht gerade eine prickelnde Erfahrung. Dabei leiden rund 20 % aller Luxemburger unter Heuschnupfen.

Diese Allergie zählt zwar zu den bekanntesten, ist aber längst nicht der einzige Plagegeist, der in der schönen Jahreszeit auf den Plan tritt. Zu den häufigsten Allergien zählen außerdem zum Beispiel:

  • Wespen und weitere Hautflügler (Ameisen, Bienen, Hornissen etc.), deren Gift spektakuläre und durchaus gefährliche allergische Reaktionen auslösen kann. Achten Sie aufmerksam auf Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks oder Atembeschwerden, falls Sie gestochen wurden.
  • Eine Sonnenallergie (auch polymorphe Lichtdermatose genannt) ist natürlich ebenfalls ein saisonales Leiden. Obschon es sich um keine schwere Krankheit handelt, ruft sie Pusteln, Rötungen und Juckreiz an bestimmten Körperstellen hervor, wenn diese der Sonne ausgesetzt werden. Ein solcher Ausschlag klingt meist nach wenigen Tagen wieder ab.
  • Belastungsspitzen bei der Luftverschmutzung können bei empfindlichen Personen Asthmasymptome verstärken. Deshalb wird häufig empfohlen, in Zeiten erhöhter Ozonbelastung keinen Sport zu treiben.
  • Bei Kontakt mit bestimmten Gräsern ausgelöste Allergien rufen Nesselsucht hervor. Falls Sie schwitzen oder sich verletzen, werden die Symptome noch verstärkt.

Wie reagiere ich bei Symptomen richtig?

Eigentlich gibt es hierauf keine einfache Antwort, da jede Allergie anders ist. Und natürlich ist es an Ihrem Arzt, Ihnen Medikamente zu verschreiben und Sie zu beraten. Dennoch haben wir hier einige grundlegende Tipps zusammengestellt:

Halten Sie sich vom Allergen fern

Machen Sie bei Heuschnupfen einen weiten Bogen um Felder, vermeiden Sie Sport im Freien, lassen Sie Ihre Wäsche nicht draußen trocknen, lassen Sie Ihre tagsüber getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen und waschen Sie sich die Haare, bevor Sie zu Bett gehen.

Halten Sie sich bei einer Sonnenallergie nicht nur bevorzugt im Schatten auf, sondern verwenden Sie eventuell auch spezielle Cremes, die in der Apotheke erhältlich sind, bis sich Ihre Haut auf die Sonnenstrahlen eingestellt hat. Ab den Wochen vor der Exposition und den ganzen Sommer lang können Sie zudem die Vitamine C, A und Beta-Carotin als Nahrungsergänzung einnehmen, die die Abwehrkräfte empfindlicher Haut gegen die schädlichen Sonnenstrahlen erhöhen.

Beobachten Sie Reaktionen genau

Zu einer allergischen Reaktion kommt es meist in den allerersten Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen. Sie kann aber auch mehrere Stunden nach der Exposition auftreten.

Denken Sie daran, dass selbst eine zunächst leichte allergische Reaktion in kürzester Zeit eine schwere Form bis hin zum anaphylaktischen Schock annehmen kann. Atembeschweren, Schwindel und Übelkeit sind Warnsignale, die sehr ernst genommen werden müssen.

Verstärken Sie die Symptome nicht

Versuchen Sie bei geröteten, tränenden und lichtempfindlichen Augen, diese nicht zu reiben, damit es nicht zu einer Bindehautentzündung kommt.

Schon das Tragen einer Sonnenbrille schützt Ihre Augen vor der Sonne wie auch vor Pollen.

Vermeiden Sie Kreuzallergien

Ein Allergologe kann abklären, von welchen Kreuzallergien Sie gegebenenfalls betroffen sein könnten.

Hier einige Beispiele für Allergene, die häufig in Kombination mit Gräserpollen (den Auslösern von Heuschnupfen) ein Problem darstellen: Erdnüsse, Weizenmehl, Melonen, Tomaten, Orangen, Erbsen, Paprika und Kartoffeln.

Holen Sie ärztlichen Rat ein

Die beste Beratung zum Umgang mit Allergien erhalten Sie von Ihrem Arzt. Ein Besuch ist in folgenden Situationen empfehlenswert:

  • Verdacht auf eine weitere Allergie: Mithilfe eines Hauttests oder einer Blutuntersuchung kann der Allergologe das Allergen ermitteln, vor dem Sie sich schützen sollten.
  • Eine Verschlechterung der Symptome: Falls Sie merken, dass Sie stärker oder heftiger reagieren, kann der Allergologe gemeinsam mit Ihnen die passende Behandlung ermitteln.
  • Hilfe zur Linderung der Symptome: Ihr Hausarzt kann Ihnen je nach Lage des Falls einen Histamin-Rezeptorblocker, ein Kortikoid, Ventolin, Augentropfen etc. verschreiben. Keins dieser Medikamente heilt die Allergie, doch sie helfen, besser mit ihr zu leben.
  • Sich desensibilisieren lassen: Das Prinzip einer Allergen-Immuntherapie (AIT) besteht darin, den Körper regelmäßig kleinen Mengen des allergenen Stoffs auszusetzen, um die Immunantwort auf diesen nach und nach zu verringern. Dies geschieht über kleine Spritzen unter die Haut, einige Tropfen unter der Zunge oder, im Fall einer Sonnenallergie, der Exposition mit UVA-Strahlung. Bei Allergien gegen Insektengift sowie bei Pollenallergien ist diese Technik überaus erfolgreich.

Bei schweren allergischen Reaktionen

Die größte Angst aller Allergiker ist es, einen anaphylaktischen Schock zu erleiden. Ein solcher Schock ist lebensbedrohlich und erfordert eine sofortige Behandlung.

Insbesondere Wespenstiche sind hier häufige Auslöser. Falls Sie wissen, dass Sie stark allergisch auf Insektengifte reagieren, sollten Sie stets einen Adrenalin-Autoinjektor mit sich führen. Das Adrenalin beendet die Reaktion zumindest vorübergehend, bis Sie in der Notaufnahme eines Krankenhauses versorgt werden.

Kann man von einem Tag auf den anderen eine Allergie entwickeln?

Ja! Sie können von einem Tag auf den anderen zum Allergiker werden. Und selbst lange nach dem Kindesalter. Dies gilt für alle Arten von Allergien, selbst Tierhaar- oder Lebensmittelallergien.

Heutzutage sind Allergien immer weiter verbreitet und werden immer besser erkannt. Der WHO zufolge leiden heute 30 % der Weltbevölkerung an einer Allergie, während es 1968 nur 3,8 % waren. Dieser Anteil nimmt beständig zu. So wird davon ausgegangen, dass bis 2050 jeder Zweite Allergiker sein wird.

Die meistverbreitete Hypothese zur Erklärung dieses Anstiegs lautet, dass wir in einer zunehmend keimarmen Umwelt leben. Aufgrund der verbesserten Hygiene sind wir immer weniger Krankheitserregern ausgesetzt und haben somit immer weniger Gelegenheit, ein starkes Immunsystem zu entwickeln.

Die stets wachsende Anzahl an Allergikern lässt sich aber auch auf eine Vervielfachung der Allergene zurückführen. Allergiebegünstigende Faktoren sind etwa der Klimawandel (der zu einer verstärkten Pollenbildung führt), die zunehmende Luftverschmutzung und die immer häufigere Verwendung von Haushaltsprodukten mit Duftstoffen.

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